Google Travel Ads: Ein Gespräch mit Marc O. Benkert – Eric Horster

Google Travel Ads: Ein Gespräch mit Marc O. Benkert

Im Zusammenhang mit dem Google Hotelfinder werden zunehmend auch die Möglichkeiten der Google Travel Ads diskutiert. Da diese Materie sehr komplex ist, konnte ich Marc O. Benkert einige Fragen zu diesem Thema stellen. Herr Benkert ist Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Agentur BE:CON, die sich auf den Google Hotelfinder spezialisiert hat.

Könntest Du kurz erklären, was die Google Travel Ads sind?

 Die Google Travel Ads sind ein nicht mehr ganz so neues Angebot von Google, welches es touristischen Unternehmen erlaubt Preisangaben direkt in auf Google Search, Places, Maps und dem neuen Tool Hotel Finder abzubilden. Es ist ein wenig vergleichbar mit den bekannteren Google AdWords. Für die Google Travel Ads wird aber immer eine Schnittstelle benötigt, d.h. Google überträgt eine Anfrage (z.B. den Reisezeitraum), und das an die Google Travel Ads angeschlossene Unternehmen spielt für den Zeitraum einen Preis zurück. Dieser Preis wird dann auf den Google Portalen angezeigt.

Welche Vorteile bieten sich einem Hotel durch die Anbindung über die Google Travel Ads?

Bei den Travel Ads geht es um eine transparente Werbeform, die auf direkten Umsatz ausgerichtet ist. Beim Cost-per-Click-Modell (Buchungswert: Günstiger Tagespreis für ein Doppelzimmer x Aufenthaltsdauer x 0,2%) entstehen im Unterschied zur Provisionszahlung zwar bei jeden Click Kosten – egal ob die Buchung zustande kommt oder nicht – im Gegenzug bekommt das an den Travel Ads teilnehmende Hotel aber qualifizierte Suchende.

Des Weiteren kann das Hotel nun noch durch eine gute IBE Up- und Cross-Selling betreiben. D.h. der durchschnittliche Umsatz ist beim CPC-Verfahren ist höher als beim Provisionsmodell. Selbst wenn der Buchungsprozess nicht abgeschlossen wird, befindet sich der potenzielle Gast noch immer auf der Webseite.

Das Bezahlmodell der Google Travel Ads basiert auf einem Cost-per-Click System. Kannst Du sagen, welche Kosten dabei anfallen, und ob diese Kosten unter provisionsbasierten Kostenabrechnungen liegen?

Wie oben bereits erwähnt werden pro Click 0,2 % von Google erhoben. Wir sind jetzt mit unseren ersten Kunden, die unsere Lösung für die Direktbuchung (das so genannte Google Connect Modul) nutzen, gestartet. In den kommenden Wochen werden wir erste valide Daten erheben und können dann auch erste Vergleiche mit einem Provisionsmodell anstellen. Da wir bei den Google Travel Ads aber noch zusätzliche Faktoren berücksichtigen müssen (Up- & Cross-Selling, der User verbleibt auf der eigenen Hotel-Webseite), müsste der Vergleich mit dem Provisonsmodell um einige „weiche“ Faktoren erweitert werden. Vieles hängt auch von der Benutzerfreundlichkeit der Buchungsmaske ab, auf die der Interessent gelangt. Da sehen wir uns sehr gut aufgestellt.

Glaubst Du, dass Provisionsmodelle über kurz oder lang von Cost-per-Click Systemen abgelöst werden?

Ich glaube wir stehen im Augenblick vor einer Veränderung des Nutzerverhaltens. Das Internet lernt im Augenblick, dass die Usability im Mittelpunkt stehen sollte. Es gibt viele gute Webseiten und viele gute Angebote. Aber im eigentlichen Sinne sind es alles Insellösungen. Ein Beispiel: Wenn ich persönlich ein Hotel buche, dann musste ich bisher mindestens zwei Webseiten aufrufen. Einmal die Seite des Buchungsportals und einmal Google Maps, um zu sehen ob das ausgewählte Hotel auch in meiner gewünschten Location liegt. Das entspricht nicht mehr der heutigen Anforderungen an das Web. Die direkte Buchbarkeit über Google Search, Places, Maps und dem Hotel Finder kombiniert in diesem Fall vieles und kann den Auswahlprozess über eine einzige Seite abwickeln. Dass Google mit seinem Angebot auf einem guten Weg ist, zeigen auch die ersten Feedbacks aus den USA mit dem Angebot Flight Search.

Es geht in Zukunft darum, die Komplexität zu reduzieren und dem Suchenden den Auswahlprozess möglichst einfach zu präsentieren. Der Hotel Finder ist da sicherlich ein guter Anfang. Zumal beim Hotel Finder die Trends Lokal, Mobil und Social perfekt verbunden werden können. Wir werden hierzu in Kürze einige neue Sachen erleben. Weiteres Indiz ist die bereits hinlänglich bekannte Customer Journey.

Entsteht durch die Google Travel Ads eine neue Form der Intermediation, bei der Google und in diesem Fall seekda/BE:CON zwischen Gast und Hotel stehen?

Eine sehr komplexe Frage, auf die man nicht umfassend antworten kann. Die Rolle von seekda/BE:CON beschränkt sich in erster Linie auf die Zurverfügungstellung der Technologie, um die Google Travel Ads nutzen zu können. In zweiter Linie bieten wir von BE:CON die entsprechende Schulung der richtigen Anwendung der Google Travel Ads an und bereiten die Häuser auf die effiziente Nutzung der Angebote von Google vor. Unsere bisherigen Erfahrungen und Beobachten zeigen, dass hier ein enormes Nachholpotenzial besteht. Die neue Form des Vertriebs ist noch nicht bei allen Häusern angekommen.

Ich habe vor ca. 7 Monaten in einem Interview bereits einmal geäußert, dass Google aus meiner Sicht in zwei Jahren die großen Buchungsplattformen abgelöst haben wird. Die letzten Wochen und einige weitere Informationen bestätigen mich dabei um so mehr.

Es ist zu lesen, dass BE:CON und seekda kooperieren. Welche Rollen nehmen die beiden Unternehmen in dieser Kooperation ein?

seekda ist ein innovatives Unternehmen, welches sehr Technologie getrieben ist. Wir freuen uns sehr, dass wir mit dem Unternehmen zusammenarbeiten dürfen. Es ist in Hinblick auf unsere anderen Leistungen und Produkte so etwas wie der „Missing Link“. BE:CON übernimmt in dieser sehr partnerschaftlichen Kooperation den Vertrieb für Deutschland sowie sämtliche Schulungen und den First Level Support.

Dabei geht es nicht nur um die Anbindung an die Google Travel Ads. Weitere Produkte in unserem Portfolio sind zum Beispiel: Dynamic Shop (Buchungsmaske für die eigene Hotelwebseite), Dynamic Shop Mobile (Buchungsmaske für mobile Endgeräte), Facebook Connect (Buchungen via Facebook), Channel Connect (indirekter Vertrieb über Onlinebuchungskanäle der OTAs), GDS/IDS Connect (indirekter Vertrieb über Onlinenbuchungskanäle und Reisebüros), PMS Connect (Anbindung an zahlreiche Hotelsoftwarelösungen wie z.B. protel und Fidelio), Portal Connect (die Buchungslösungen für größere Buchungsplattformen) und weitere innovative Lösungen für die Hotellerie und den Tourismus.

Vielen Dank für Deine Einschätzung Marc!

Wer Interesse an den Leistungen von BE:CON hat, kann sich unter www.be-con.de weiterführend informieren.

 

26. Februar 2012 von Eric Horster
Kategorien: Hotellerie, Reisemittler, Tools, Trends | Schlagwörter: , , , | Schreibe einen Kommentar

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