Don’t be Evil – die Google Online Marketing Challenge (GOMC) – Eric Horster

Don’t be Evil – die Google Online Marketing Challenge (GOMC)

Seit einiger Zeit arbeite ich intensiv daran, dass wir für unseren neu gestalteten Bachelor-Studiengang International Tourism Management den Schwerpunkt „Digitalisierung im Tourismus“ mit konkreten Kursen füllen können. Dabei ist mir die Verbindung zwischen Theorie und Praxis ein sehr wichtiges Anliegen. Einige Konzepte laufen schon, andere sind in der Entwicklung, bzw. Entstehung. Über alle möchte ich in Zukunft häufiger berichten. Einfach, um andere zu inspirieren und auch, um ggf. Interessenten aus der Praxis für diese Kurse zu gewinnen.

Don’t be Evil!
Man kann von Google halten, was man will. Und es ist auch richtig, dass das Unternehmen umstritten ist. Sehr spannend hat das erst kürzlich (zwar in einem weiter gefassten Rahmen) Richard David Precht in diesem Interview im Deutschlandfunk zusammengefasst. Aber auch Philipp Klöckners Artikel zum Google Monopoly ist legendär. Kurz: Das Image von Google leidet schon länger.

Aber!
Google ist im digitalen Marketing schlicht nicht wegzudenken. Und so bin ich sehr froh, dass Google auch Angebote hat, die für die Lehre attraktiv sind. Im Rahmen des Kurses „Marketing-Controlling mit Google“ erarbeiten wir mit unseren Studierenden jetzt bereits im dritten Jahr reale Adwords-Kampagnen. Der Clou: Google stellt dafür jedem Studierenden-Team ein Ad-Budget von 250,- Dollar zur Verfügung. Voraussetzung für die Auszahlung des Budgets ist, dass die Studierenden mit einem Kooperationspartner aus der Praxis eine Adwords-Kampagne entwickeln und diese dann im Rahmen des Seminars verfeinern. Hierzu müssen sie zunächst einen sogenannten Pre-Campaign Report erstellen. Google hat hier klare Vorgaben, sodass die Studierenden sich über viele Details der Kampagnenerstellung schon im Vorfeld klar werden müssen. Dann haben sie im Mai jeweils Zeit, um das Budget innerhalb von drei Wochen auszugeben und an der Kampagne zu feilen. Im Anschluss erstellen sie einen Post-Campaign Report, in dem sie die Ergebnisse reflektieren. Hier auch noch ein Video, in dem die Challenge vorgestellt wird – Achtung, Werbevideo. Aber man versteht, wie das gemeint ist 😉

Win-Win-Win-Win
Es ist deutlich, welche Interessen damit verfolgt werden – aber diese sind eben nicht „evil“, sondern gut. Und zwar deshalb, weil alle von dem Konzept profitieren. Google gewinnt, weil die Studierenden Kenntnisse in Adwords erwerben und damit potenziell auch im Beruf Fürsprecher für Adwords als Werbeform sind. Zudem werden Unternehmen sensibilisiert dafür, dass digitales Marketing wichtig und sinnvoll sein kann. Die Unternehmen gewinnen, weil sie zum einen ein Ad-Budget von 250,- Dollar erhalten. Zum anderen ist aber noch viel wichtiger, dass sie wirklich toll vorbereitete Kampagnen von den Studierenden erhalten. Die Studierenden gewinnen, weil sie über eine solche Kompetenz in Bewerbungen punkten können – das wurde mir im Nachgang mehrfach gespiegelt. Und wir gewinnen als Fachhochschule Westküste und Lehrende des Tourismusmanagements natürlich auch, weil wir ein innovatives Format mit Einbeziehung von Praxispartnern anbieten können. Alles in allem eine runde Sache also.

Flipped-Classroom
Ich habe mittlerweile das Format mehrfach umgestellt. Im ersten Jahr habe ich die von Google angebotene Adwords-Zertifizierung mit in den Kurs integriert. Dies hatte den Vorteil, dass die Studierenden schnell sehr fit in Adwords waren und gleichzeitig zum Ende des Semesters ein Zertifikat von Google bekamen, welches sie ihrer Bewerbung hinzufügen konnten.

Da wir nun aber viele unserer Lehrinhalte digitalisieren und so ein interaktives Lehr-Skript haben, haben wir in diesem Jahr ein sogenanntes „Flipped-Classroom“ Format getestet: Die Studierenden lernen den Unterrichtsstoff von zuhause aus. Im Unterricht arbeiten wir dann direkt in Google Adwords. Kombiniert haben wir das mit einem Blockseminar zu Beginn des Semesters, damit zumindest einige Lehrinhalte direkt von mir vermittelt werden konnten. Hier war es hilfreich, dass ich die Kooperationspartner schon vorab akquiriert hatte und diese bei den Studierenden dann schon feststanden. So hatte ich sehr gute Anknüpfungspunkte, wenn ich bspw. Anzeigenerweiterungen erläutert habe, dann konnte ich genau sagen, für welchen Kooperationspartner sich welche Form der Anzeigenerweiterung eignet usw.

Eye-Tracking inklusive
Da wir seit diesem Jahr ein Usability-Lab haben, haben wir in den Kurs auch eine kleine Eye-Tracking Analyse integriert. Hier machen wir zwar nur Einzelfallanalysen von ausgewählten Landing-Pages, aber für die Kooperationspartner kann das dennoch aufschlussreich sein.

GOMC 2018
Ein spannendes Format also. Die aktuelle Challenge läuft und ich bin gespannt, auf welchem Platz wir mit der FH Westküste im globalen Ranking in diesem Jahr landen. Die nächste Challenge startet dann wieder zum April 2018. Wer Interesse hat, kann sich gerne schon jetzt melden. Kosten entstehen für Unternehmen nicht. Wichtig ist mir/uns aber, dass die Unternehmen ihre Rolle ernst nehmen und entsprechend ansprechbar sind. Optimal wäre es, wenn mit den Kampagnen im Anschluss weiter gearbeitet wird…

04. Mai 2017 von Eric Horster
Kategorien: Destinationen, Hotellerie, Reisemittler, Suchmaschinenwerbung, Unterricht, Usability | Schreibe einen Kommentar

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